Aktivitäten zur Vorbereitung des ersten Kindes während der Schwangerschaft

Lass uns ein Geschenk für das Baby basteln!

Dem kleinen Geschwister beim ersten Kennenlernen ein Geschenk mitzubringen, finden viele Kinder toll! Ihr könnt ein hervorgesuchtes Babyspielzeug einpacken, gemeinsam in einem Laden etwas aussuchen oder selber etwas basteln. Z.B. ein Nuschipüppchen! Ihr benötigt eine Mullwindel (ca. 60x60cm, kann gebraucht sein), etwas Stopfmaterial (Stopfwolle, Stopfwatte oder Textilresten etc.), und ein Stück Garn. Mit einem Holzring (unbehandelt) und einem Gesichtchen (Stoffmalschreiber) kann das Püppchen noch etwas aufgepimpt werden. Das Mulltuch kann jederzeit wieder umfunktioniert werden, wenn das Püppchen irgendwann nicht mehr aktuell sein sollte. 

Lass uns die Babysachen hervorholen!

Habt ihr die Babykleider schon hervorgeholt, sie sortiert und in der Kommode/im Schrank ein Plätzchen dafür freigemacht? Das ist eine schöne gemeinsame Beschäftigung. Vielleicht entdeckt das Kind in seinem Fotoalbum anschliessend sogar den einen oder anderen Strampler, den es für das Baby eingeräumt hat. Ausserdem kann das Kind Babyspielsachen hervorsuchen und  in einer Kiste für das kleine Geschwister bereitstellen. Dabei jedoch unbedingt kommunizieren, dass es eine Weile dauern wird, bis das Baby damit spielen kann. Kann gut sein, dass das erste Kind beim Bereitstellen nochmals grosse Lust bekommt, selber mit diesen Sachen zu spielen. Auch gut. :-)

Lass uns für das Wochenbett üben!

Es gibt Kinder, die können in der Schwangerschaft nicht genug bekommen vom Spiel mit Puppen und den entsprechenden Aktivitäten. Andere Kinder brauchen diesbezüglich etwas Anstoss. Wie wäre es mit einer Übungsstunde für das Wochenbett? Holt die Babybadewanne hervor und übt mit der Puppe/dem Teddybär, wie das Baby gebadet, abtrocknet und gewickelt wird. Baden macht müde. Die Puppe/der Teddy darf anschliessend ins Tragetuch (Schal o.ä.) und ihr singt ein Schlaflied vor. Wichtig ist, dass diese Rollenspiele nicht forciert werden, wenn das Kind kein Interesse hat.   

Was sieht das Baby im Bauch?

Ab dem 5. Monat öffnen Ungeborene im Mutterleib ihre Augen. Viel zu sehen gibt es im Bauch drin natürlich nicht. Trotzdem kann das Baby erkennen, wenn Licht durch die Haut vom Bauch in seine Höhle schimmert. 

Damit dein Kind erfahren kann, wie sich das anfühlt, kannst es unter ein Tuch kriechen und du zündest mit einer Taschenlampe in seine Richtung. Oder ihr baut gemeinsam aus Tüchern, Kissen und Wäscheklammern eine gemütliche "Bauchhöhle". Abwechslungsweise kriecht einer von euch in die Höhle und der andere zündet mit der Taschenlampe von aussen an die Tücher. Könnt ihr erkennen, aus welcher Richtung der Lichtstrahl kommt? 

Wie isst das Baby im Bauch?

Essen ist ein Grundbedürfnis, das uns durch den Tag begleitet. Deshalb ist es naheliegend, dass Kinder Fragen wie: "Isst das Baby im Bauch das Essen, was Mama runterschluckt?" beschäftigen. Erkläre dem Kind die Aufgabe der Nabelschnur, welche das Baby mit allem Nötigen versorgt. Den Mund braucht es nur, um zu üben, in dem es ein wenig Fruchtwasser trinkt. Lass dein Kind das kleine Andenken entdecken, welches ein Leben lang an die Zeit in Mamas Bauch erinnert: Den Bauchnabel. Vielleicht habt ihr Lust, euch wie damals miteinander zu verbinden? Nehmt eine Schnur o.ä. und befestigt beide ein Ende an eurer Hose. Macht einen Spaziergang durch die Wohnung. Wie fühlt sich das an? 

Wie tönt es im Bauch von Mama?

Neben den gedämpften Stimmen und Lauten von aussen, gibt es auch im Bauch drin Geräusche, die ein richtiges Konzert für das Baby veranstalten. Es pocht, es rauscht, es blubbert. Wie wärs, wenn ihr das Geräuschekonzert zusammen nachahmen würdet? Das Blubbern in Mamas Magen gleicht dem Geräusch, wenn ihr mit einem Trinkhalm in ein Wasserglas bläst. Mit den Händen klatscht ihr Mamas Herzschlag. Und die weiche Bürste, mit welcher ihr über ein Kissen streicht, wird zum Rauschen des Blutes in Mamas Körper. Wenn Papa und Mama mithelfen, könnt ihr alle Geräusche gleichzeitig machen. Schliesst die Augen und lauscht den beruhigenden Geräuschen. 

Wie sieht die "Höhle" vom Baby aus?

Erzähle deinem Kind vom aktuellen Zuhause des kleinen Geschwisterchen. Von der Gebärmutterhöhle, die wächst, wenn das Baby wächst. Und davon, dass in der Gebärmutter die Fruchtblase liegt, in welcher das Baby im Fruchtwasser schwimmt. Die Fruchtblase umschliesst das Fruchtwasser, wie ein Ballon. Falls ihr einen Ballon zur Hand habt, könnt ihr ihn gemeinsam mit Wasser füllen und wachsen lassen. Bei einem Bad in der Wanne kann das Kind wahrnehmen, wie es sich anfühlt, im Wasser zu schweben, wenn es sich auf den Rücken legt und von dir getragen wird. Im Wasser strampeln nicht vergessen. ;-)

Kann mich das Baby im Bauch hören?

Dass das Baby auf die kleine Geschwisterhand reagiert und entweder sofort aufhört zu strampeln, wenn dieses die Hand auf den Bauch legt oder plötzlich wie wild dagegen stösst, hat dein Kind vielleicht schon erfahren können. Das Baby spürt, wenn wir den Bauch berühren. Erzähle deinem Kind, dass das Baby seine Familie nun auch hören kann. Es kennt die Stimmen von Mama, Papa und Schwester/Bruder. Macht es euch zur Gewohnheit, dem Baby Lieder vorzusingen, ihm Musik vorzuspielen, ihm Geschichten zu erzählen oder ganz einfach mit ihm zu reden. Wenn das Kind selber nicht möchte, dann mache du als Mama es vor und erzähle dem Baby etwas von seinem tollen grossen Geschwister, das es bald kennen lernen kann. 

Erzähle mir eine Geschichte!

Heute solltet ihr Post von mir erhalten/erhalten haben: Die Ausmalgeschichte "Babyflitterwochen", welche ich allen Kindern in meinen Geschwisterkursen schenke. Nehmt euch Zeit, die Geschichte gemeinsam auszumalen und zu erzählen. 

Auch andere Bilderbücher zum Thema sind eine sehr gute Möglichkeit, das Kind auf die neue Situation einzustimmen und Fragen zu beantworten. Es gibt unzählige schöne Bücher. Ich habe euch auf der Kursseite eine Literaturliste verlinkt. Oft reichen 1-2 Bücher, die dem Kind gefallen. Kinder lieben Wiederholungen und möchten meist dieselben Geschichten rauf und runter hören. 

Wo wird das Baby schlafen?

Nehmt euch Zeit, um die Schlafsituation nach der Geburt zu besprechen. Bezieht das Kind ins Einrichten/Umstellen mit ein. Holt gemeinsam das Beistellbett/den Stubenwagen hervor und richtet den Schlafplatz für das Baby ein. Findet auch für das ältere Geschwister eine stimmige Lösung. Das erste Kind kurz vor der Geburt aus dem Familienbett auszuquartieren, ist keine gute Idee. Sofern es bereits im eigenen Bett schläft, überlegt euch, wo es Platz findet, wenn es nach der Geburt wieder im Elternbett einziehen möchte oder richtet eine Matratze im Kinderzimmer her, wo der Papa bequem neben dem älteren Geschwister schlafen kann. Wichtig: Jede Person sollte genügend Platz zum Schlafen haben und bequem liegen. 

Wie gross ist das Baby im Bauch?

Beim Miterleben, wie Mamas Bauch immer grösser wird, stellt sich vielleicht auch die Frage, wie gross das Baby gerade ist. Ganz am Anfang war das Baby winzig. Kleiner als ein Brotkrümel. Und es wächst so lange in Mamas Bauch, bis es (zusammengerollt) so gross wie eine Wassermelone geworden ist. Sammelt gemeinsam verschieden grosse Dinge auf dem Spaziergang oder auch in der Wohnung, die grösser als ein Krümel und kleiner als eine Melone sind. Legt sie der Grösse nach hin und staunt darüber, wie in Mamas Bauch aus einem kleinen Krümel eine grosse Wassermelone wächst. Das Internet hilft euch sicher dabei, herauszufinden, wie gross das Baby aktuell ist. 

War ich auch einmal ein kleines Baby?

Um das ältere Geschwister auf die erste Zeit mit dem Baby einzustimmen, sind Fotos aus der eigenen Babyzeit sehr hilfreich. Nehmt also das Babyalbum hervor und blättert darin. Erzähle deinem Kind von der Zeit, als es selber ein Säugling war. Wertvoll sind Bilder, welche Alltagssituationen, wie Wickeln, Stillen, im Tragetuch getragen werden etc, zeigen. Sofern ihr kein Album habt, können ganz einfach ein paar ausgewählte Bilder ausgedruckt und in Sichttaschen gesteckt oder laminiert werden. Es gibt inzwischen auch Fotofirmen, welche aus Bildern Pappbücher drucken. Ein Fotoalbum, welches Fingerabdrücke und Eselsohren haben darf, kann das Kind auch immer wieder alleine anschauen, wenn es Lust hat. 

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